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  Yamaha FJR 1300

Aprilia Tuono

 
 
Selbst tausend Kilometer Anfahrtsweg zum Urlaubsziel können ab sofort auch für zweirädrige Speedfans zur reinen Freude werden. Falls der Fahrer dies will - und wenn er auf der neuen Yamaha FJR 1300 sitzt.
Yamahas neuer Supersport-Tourer bietet Eckdaten, wie sie bislang nur echten Supersportlern vorbehalten waren: Das Trockengewicht von 237 kg verspricht Handlichkeit und die Maximalleistung von 143 PS bei moderaten 8000 Touren lassen die nur fünf Gänge verstehen. Dank Kardanantrieb kann auch das Kettenspray zuhause bleiben.
Mit der Yamaha FJR 1300 auf Tour zu sein, ist ein neues Kapitel der vielen Motorradreisen, die wir im Laufe unseres langen Motorradfahrerlebens hinter uns gebracht haben. Im Nachhinein haben wir früher jede Tour schön geredet, die wir mit den bisher typischen Tourenmaschinen durchgestanden haben. Denn die waren groß, schwer und meist auch entsprechend langsam. Nur deswegen haben wir uns die Gegenden rechts und links der Autobahnen angesehen.
Oder dichteten Legenden über Regenfahrten zwischen Limburg und Lyon und der Überwindung des inneren Schweinehundes. Das neue japanische Kraftpaket steckt in einem kompletten Alurahmen, hat vorn und hinten voll einstellbare Federelemente, rennt laut Tacho 270 und braucht dabei keine zehn Liter Normalbenzin auf 100 km. 25 Liter passen in den Tank und wer maximal 200 km/h fährt, der kommt mit sieben Litern auf 100 Kilometer klar. Nur alle eineinhalb Stunden ist dann eine Tankpause fällig und theoretisch sind jeweils 300 Kilometer abgespult.
Wer es kann, dem macht es sicher Spaß, mit über 200 km/h auf freier Strecke von Autobahnkurve zu Autobahnkurve zu schwingen. Dass dies selbst mit zwei Personen in aufrechter Sitzposition und Packtaschen hintendran problemlos möglich ist, kann nur der glauben, der die FJR 1300 schon gefahren ist. Und am Ende der Kurve kann man bei Bedarf sogar noch beschleunigen.
Weil die neue Yamaha ein echtes Motorrad ist, geht es aber auch mit deutlich weniger Gas: die FJR 1300 lässt in keiner Fahrsituation den Eindruck aufkommen, sie würde sich mühen oder gar an ihre Grenzen stoßen. Sachlich betrachtet hat Yamaha eine Lücke im Motorradprogramm entdeckt, die des Power-Tourers. Mehr als zehn Jahre lang haben die Marketingstrategen von Yamaha an einem Nachfolger des beliebten Sport-Tourers FJ 1200 gefeilt. Das war ziemlich schwierig, weil die FJ-Produktion 1993 eingestellt wurde und die damals präsentierte GTS 1000 mit der Achsschenkellenkung nach Medienschelte floppte.
Für die Kritiker hatte sie einen zu breiten Vorderradreifen, einen zu kleinen Tank, war zu schwer geraten und besaß eine offen laufende Kette.Bei der FJR 1300 ist alles anders. Neben der Leistungsentfaltung ist auch die Ausstattung bemerkenswert. Die wuchtige Vollverkleidung liegt gut im Wind und reagiert nicht empfindlich auf Seitenwind. Die zweiteilige Sitzbank ist für Durchschnitts-Hintern passgenau geformt. Der hintere Platz ist übrigens mit etwas weicherem Schaumstoff als der Fahrersitz geplostert. Fußrasten, Schalt- und Bremshebel, Lenker, Hebel und Schalter sitzen jeweils an den Stellen, wo sie hingehören und lassen sich exakt bedienen.
Tacho, Drehzahlmesser und Kontroll-Leuchten sind kompakt im Verkleidungsbug angeordnet. Die Verkleidungsscheibe lässt sich ähnlich einem bajuwarischen Modell elektrisch verändern: Bei Betätigung des in die Schaltereinheit am linken Lenker eingelassenen Wippschalters fährt die Scheibe um 118 mm nach oben und schwenkt um 20 Grad nach vorn. Damit ist der Winddruck komplett von Helm und Oberkörper weg, es entsteht jedoch ein kleiner Sog im Rücken des Fahrers.Gemäß dem Anspruch „Super-Sport“ sind die Radaufhängungen, Federelemente und Bremsen erste Klasse.

Quelle: ADAC    
 
Auf Basis der sportlichen RSV Mille R entsteht bei Aprilia die Tuono – ein sündhaft teures "Naked Bike" für 17.999 Euro, von dem nur 200 Stück gebaut werden. 35 davon kommen nach Deutschland, aber es wird schon bald eine erschwinglichere Version geben.

Sportmotorräder üben eine besondere Faszination aus. Nicht nur auf der Straße, wo sie Tempo machen, sondern auch vor dem Straßencafé, wo sie ihre edlen Bauteile zur Schau stellen können. Hier wird die brandneue Aprilia Tuono zum Superstar, denn sie stammt direkt von der extrem sportlichen RSV Mille R, verdeckt aber die edlen Bauteile nicht durch eine Vollverkleidung. Wie ein knapper Bikini bedecken – wenn überhaupt – handgefertigte Carbon-Bauteile feine Details. An manchen Stellen kommt die durchdachte Aprilia-Technik durch die Carbon-Abdeckungen sogar noch besser zur Geltung. Man darf sich nicht wundern, wenn die Tuono (italienisch Donner) Männerblicke stärker anzieht als manch ein Rock.

Aber bleiben wir bei der Sache: Die RSV Mille R unterscheidet sich durch Bauteile wie leichte Schmiederäder und das Öhlins-Fahrwerk vom Basissportler, der RSV Mille, die nun bald wiederum Pate für die erschwinglichere Tuono stehen wird. Die leichten OZ-Räder, die das RSV-Handling nochmals leichtfüßiger machen, werden dann sicherlich nicht serienmäßig dazu gehören. Vermutlich auch nicht die Rennbremsanlage, bei der jedem Bremskolben ein separater Bremsbelag zugeordnet wird. Diese Bauteile machen an der Tuono nicht nur optisch was her, sie faszinieren auch während der Fahrt. Die Italienerin geht mit einer Leichtigkeit und Ausgewogenheit in Schräglage, dass man gar nicht genug bekommen kann. Sogar das Bremsen vor der Kurve macht Spaß: Der Fahrer kann sich in aufrechter Sitzposition ganz bequem am breiten Alu-Lenker abstützen, der auf einer gefrästen Gabelbrücke aus Alu sitzt.

Der V2-Motor mit besten technischen Zutaten geht voran, als wäre der Leibhaftige hinter ihm her. Wer im ersten oder zweiten Gang übermütig am Gasgriff dreht, muss ein steigendes Vorderrad bändigen. Zwei Ausgleichswellen sorgen für eine kultivierte Laufruhe, die Einspritzanlage für spontane Reaktionen auf jede Bewegung des Gasgriffs. Die Sitzhöhe von 820 Millimeter ist indes nicht jedermanns Sache. Das Heck steht höher als beim Supersportler. Vermutlich soll damit mehr Gewicht aufs Vorderrad gebracht werden, damit auch die fast nackte Tuono bei hohen Tempi satt auf der Straße liegt. Dafür hat die Sitzbank etwas Besonders zu bieten: Der Sitzbankbezug ist aus einer hochfesten, leichten Kevlar-Faser gewebt und passt in puncto Material und Farbe vorzüglich zum Tuono-Design. Das sind die feinen Details, die für die Sportmotorrad-Faszination sorgen.

Quelle: ADAC
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