Auf
Basis der sportlichen RSV Mille R entsteht bei Aprilia die Tuono
ein sündhaft teures "Naked Bike" für 17.999 Euro,
von dem nur 200 Stück gebaut werden. 35 davon kommen nach Deutschland,
aber es wird schon bald eine erschwinglichere Version geben.
Sportmotorräder üben eine besondere Faszination aus.
Nicht nur auf der Straße, wo sie Tempo machen, sondern auch
vor dem Straßencafé, wo sie ihre edlen Bauteile zur
Schau stellen können. Hier wird die brandneue Aprilia Tuono
zum Superstar, denn sie stammt direkt von der extrem sportlichen
RSV Mille R, verdeckt aber die edlen Bauteile nicht durch eine Vollverkleidung.
Wie ein knapper Bikini bedecken wenn überhaupt
handgefertigte Carbon-Bauteile feine Details. An manchen Stellen
kommt die durchdachte Aprilia-Technik durch die Carbon-Abdeckungen
sogar noch besser zur Geltung. Man darf sich nicht wundern, wenn
die Tuono (italienisch Donner) Männerblicke stärker anzieht
als manch ein Rock.
Aber bleiben wir bei der Sache: Die RSV Mille R unterscheidet sich
durch Bauteile wie leichte Schmiederäder und das Öhlins-Fahrwerk
vom Basissportler, der RSV Mille, die nun bald wiederum Pate für
die erschwinglichere Tuono stehen wird. Die leichten OZ-Räder,
die das RSV-Handling nochmals leichtfüßiger machen, werden
dann sicherlich nicht serienmäßig dazu gehören.
Vermutlich auch nicht die Rennbremsanlage, bei der jedem Bremskolben
ein separater Bremsbelag zugeordnet wird. Diese Bauteile machen
an der Tuono nicht nur optisch was her, sie faszinieren auch während
der Fahrt. Die Italienerin geht mit einer Leichtigkeit und Ausgewogenheit
in Schräglage, dass man gar nicht genug bekommen kann. Sogar
das Bremsen vor der Kurve macht Spaß: Der Fahrer kann sich
in aufrechter Sitzposition ganz bequem am breiten Alu-Lenker abstützen,
der auf einer gefrästen Gabelbrücke aus Alu sitzt.
Der V2-Motor mit besten technischen Zutaten geht voran, als wäre
der Leibhaftige hinter ihm her. Wer im ersten oder zweiten Gang
übermütig am Gasgriff dreht, muss ein steigendes Vorderrad
bändigen. Zwei Ausgleichswellen sorgen für eine kultivierte
Laufruhe, die Einspritzanlage für spontane Reaktionen auf jede
Bewegung des Gasgriffs. Die Sitzhöhe von 820 Millimeter ist
indes nicht jedermanns Sache. Das Heck steht höher als beim
Supersportler. Vermutlich soll damit mehr Gewicht aufs Vorderrad
gebracht werden, damit auch die fast nackte Tuono bei hohen Tempi
satt auf der Straße liegt. Dafür hat die Sitzbank etwas
Besonders zu bieten: Der Sitzbankbezug ist aus einer hochfesten,
leichten Kevlar-Faser gewebt und passt in puncto Material und Farbe
vorzüglich zum Tuono-Design. Das sind die feinen Details, die
für die Sportmotorrad-Faszination sorgen.
Quelle: ADAC |